Ausstellung in Hainburg: Zauberhafte Klangmaschinen

Die gezeigten Arbeiten, die an der Universität für angewandte Kunst / Abteilung DIGITALE KUNST (Leitung Virgil Widrich) im Seminar von Klaus Filip / Nicolaj Kirisits entstanden sind, demonstrieren deutlich wie fruchtbar es sich, gerade im Bereich der apparativen Kunst auswirken kann, wenn man sich mit Historischem auseinandersetzt. Die Ausstellung „Zauberhafte Klangmaschinen“ zeigt eindrucksvoll das breite Spektrum der technischen Innovationen des vorigen Jahrhunderts und inspirierte die Studenten dadurch zu Neuem. Das innovative Moment in ihren Arbeiten bestand im Freilegen des Aktuellen, das sich durch die Auseinandersetzung mit der historischen Medienkunst eröffnete. Gezeigt haben sie damit, dass die Konstante der apparativen Kunst nicht automatisch die neueste Technologie sein muss. Die Idee des Apparativen liegt vielmehr im Poetischen des Apparates selbst.

Vier der im Seminar entstandenen Arbeiten, (die Arbeiten von Andreas Haider , Robert Mathy, Jan Perschy und Kathrin Stumreich) wurden ausserdem im Finale des Guthman Musical Instrument Wettbewerbes an der Georgia Tec in Atlanta / USA präsentiert.

Als „Erweiterung“ der Ausstellung „Zauberhafte Klangmaschinen“ werden folgende Arbeiten vorgestellt:

Jan Perschy zeigt mit SGSX-H 750, dass Komponieren vom lateinischen Wort Zusammenstellen abstammt. Der Motor von Suzuki die „Tonabnehmer „ von Harley Davidson und die Klangerzeugung von Hammond ergeben dieses eigenwillige Instrument.

Die Arbeit Stoffband von Kathrin Stumreich begibt sich auf die Suche nach musikalischen Strukturen die sich in den Texturen und Strukturen von Stoffen befinden. Sie überrascht nicht, weil ihre Arbeit nichts Neues speichert, sondern weil die Wahl des Speichers erst Neues erzeugt.

Light Frequency Fingertips von Robert Mathy sonifiziert die sich auf Licht als Informationsträger spezifizierten Interfaces von mobilen Endgeräten (Mobiltelefone etc.) Er zeigt damit auf elegante, spielerische Weise wo sich das „Objet sonore“ in unserer visuellen Kultur überall versteckt hat.

Bernhard Garnicnig spielt in Picture Discs:icons bewusst mit dem Wechsel zwischen Bild und Ton als ambivalente Deutungsebenen eines Datenträgers. Die Mehrdeutigkeiten (Icon oder Tonträger), die nach der Transformation des Klanges ins Speichermedien auftreten, benutzt er als Generator neuer Wirklichkeiten.

Gottfried Haiders Stromtod engine rev.a versteht sich als Weiterentwicklung des Bandmanuales ins Zeitalter des wearable computing. Die Körperlichkeit des Interfaces und das stufenlose Abgreifen des Körpers zur Steuerung des Klanges lassen sich auch als direkte Weiterentwicklung des Streichinstrumentenbaues deuten.

Infos zur Ausstellung:

www.ima.or.at/klangmaschinen/

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